Roskilde 2009 - Der Bericht
Heiß, heißer, am heißesten
Vorweg, das war wohl mit das heißteste Roskilde-Festival, das ich, das wir jemals in den letzten 178 Jahren erlebt haben. Jedenfalls kam mir das so vor. Oder es lag an meinem zunehmenden Alter von nun 58 Jahren. Rund dreißig Jahre Roskilde habe ich hinter mir. Da vergißt man auch wieder.
Überhaupt waren wir diesmal eine ganz heiße Truppe. meine “kleinen” Söhne, 20 und 31 Jahre alt, “durften” das erstemal mit. Sollen ja mal meinen Pressejob dort übernehmen. Allerdings hänge ich ähnlich wie die Königin von England an meinem “Roskilde-Stuhl” und weiß noch nicht so genau, wann ich den Thron übergebe. Vielleicht, wenn ich so um die Siebzig bin??
Jedenfalls fuhren wir diesmal endlich wieder im Wohnmobil mit großer Truppe, 20, 31, 53, 58 und 62 Jahre alt Richtung Dänemark.
Ich bin gefahren und so kam dann auch der Rest der Truppe gut abgefüllt in Roskilde an. Leider klappte, fast schon wieder wie im letzten Jahr, die Sache mit dem Wohnmobil nicht so recht. Seit zwei Jahren müssen Media-Leute ja den Wohnmobilplatz bezahlen und das hat den Leuten im Check-In scheinbar noch keiner so recht erzählt.
Aber abgesehen davon war der Frust bald verflogen nach ein paar Bier meinerseits.
Und dann ging es auf den Platz. Etwa zwei Stunden später sah ich schon staunende Augen meiner Söhne ob der Größe des Festivalplatzes und /auch wegen der vielen schönen Frauen, die es laut ihrer Aussage so in Deutschland nicht geben soll. Uff!
Habe ich doch immer gesagt: man kann hier in Deutschland meckern wegen dem hohen Eintrittsgeld usw. – ich sage immer, fahr hin nach Roskilde und Du vertritts diese Meinung nicht mehr.
Wo kann man schon für 240 Euro über eine Woche Festival feiern (es geht nämlich auf dem Campingplatz schon am Sonntag davor los), rund 180 Bands auf sieben Bühnen sehen (wenn man es schafft) und außerdem noch ein riesiges, kulturelles Programm geboten bekommt. Ich frage, wo?
Genau, nur beim Roskilde Festival.
Und so waren auch am Sonntag davor schon 35.000 Besucher auf dem Campingplatz und feierten bis zum abwinken. Insgesamt waren wohl rund 100.000 Besucher wieder anwesend inkl. den 25.000 Helfern.
Die Helfer immer nett, immer hilfsbereit, aber niemals grimmig dreinblickend wie auf deutschen Festivals. Sie wissen schon, das sie wichtig sind und wissen auch, sich durchzusetzen bei Bedarf – aber sie zeigen es nicht so.
Und fühlt man sich nicht angemacht, bleibt man auch friedlich. Selbst der härteste Rocker. Und so ist das Roskilde-Festival auch eines der friedlichsten Festivals.
Und so verging Tag für Tag, wir waren happy, suchten Schatten, tranken Bier, Whisky, Kaffee, Wasser, aßen die köstlichsten Speisen und waren alle wunderbar gut drauf.
Höchstens ein bißchen maddelig von der Sonne.
Und 2010 ist schon eingeplant. Was auch sonst.
Ach ja Musik haben wir natürlich auch gesehen. Gehört ja dazu. Vergißt man oftmals ob der vielen anderen Dinge, die dort geschehen.
In Kurzform: Neben all den Bands, die wir so gesehen haben:
Super Sound überall, coole Lightshows, Faith no more klasse, Pet Shop Boys tolle Bühnenshow, Deichkind Ober-Hammer Show, Oasis natürlich klasse und Coldplay am Sonntag im Endspiel eines der kröhnensten Abschlüsse, den ich je gesehen habe. Und da soll ich meinen Thron aufgeben?!
Auf, auf nach Roskilde 2010 – bißchen sparen übers Jahr und dann können es auch wieder 15.000 Deutsche werden. Und Roskilde macht dann bestimmt auch wieder Musik für die Deutschen. Die deutschen Bands müssen bloß mal mit den Gagen runter. Denn Roskilde ist nicht commerciell, sondern spendet die Überschüsse für gute Zwecke. Danach frage mal bei großen deutschen Festivals nach….

