HOA 2007
HEADBANGERS OPEN AIR 2007
Das diesjährige Headbangers Open Air (kurz HOA) war dieses Jahr mein erstes, soll aber nicht mein letztes sein. Nach einigen Irrungen hatte ich es doch endlich gefunden.
Die Ausschilderung ist nicht wirklich optimal. Aber zum Glück wissen die Leute aus der Umgebung bescheid und konnten mir so den Weg weisen.
Das Gelände kannte ich bereits vom letztjährigen Hörnerfest. Der erste Parkplatz war für Tagesgäste, der zweite für Camping-Gäste.
Aber auch auf dem Tagesgästeplatz sah man einige Zelte. Ob diese im Laufe des Tages noch ihre Zelte abbauen mussten entzieht sich miner Kenntniss. Warum diese Anmerkung? Nun Parkplatz 1: 0 Euro Gebühr. Parkplatz 2: 10 Euro Gebühr.
Aber sei´s drumm.
Von Anfang an wirkte die Atmosphäre entspannt und sehr familiär. Schon auf Grund der geringen Anzahl an zugelassenen Besuchern war es nicht so stressig wie ein Festival mit 20.000 Besuchern oder mehr. Um die 1000 Besucher hatte das HOA dieses Jahr.
Wenn man den geringen Eintrittspreis bedenkt und dann welche Bands dort gespielt haben, wundert man sich schon.
Donnerstag:
Als es auf dem Hinweg zum HOA in strömen regnete so daß ich sogar beim Scheinbenwischer die höchste Stufe einschalten musste, überlegte ich kurz ob ich nicht umkehren sollte. Zum Glück klärte sich der Himmel wieder etwas auf, so daß ein erträgliches Maß an Regentropfen auf den Boden auftraf.
An diesem Tag startete das Festival gleich mit einer Überraschung für mich.
Eine mir völlig unbekannte Band aus Elmshorn (Sixth Alloy) machten um 18 Uhr den Anfang und konnten mich gleich überzeugen.
Eingängier Metal mit abwechselnd shoutendem/krächzenden Gesang und cleanen Gesang.
Fand ich persönlich wirklich klasse.
Weitere Bands an diesem Abend waren:
Silver Fist, Intense, SG Grim Reaper und Wolf.
Leider musste ich auf die letzten beiden Bands verzichten, da ich am nächsten Morgen wieder früh raus musste.
Silver Fist und Intense lieferten beide einen ordentlichen Auftritt ab die jedoch keine nennenswerten Höhepunkte hatten.
Freitag:
An disem Tag konnte ich leider erst gegen 18 Uhr auf dem Gelände sein. Na ja, wer arbeitet muss mit Einschränkungen rechnen (hö, hö).
Verzichten musste ich somit auf die Auftritte von Eternal Legacy, Kaos, Raven Black Night und Kaledon.
Somit war die erste Band an diesem Tag die ich mir zu Gemüte führen konnte Beyond Fallen aus den Verunreinigten Staaten von George W.
Es kam zu einem professionellen Auftritt der auch einige positive Reaktionen im Publikum erzeugte.
Nach der obligatorischen Umbaupause kam die erste Band des Abends auf die Bühne dessen Name ich schon mehrfach vernommen habe. Paragon aus Hamburg waren am Start.
Schöner Heavy Metal wie man ihn sich wünscht wurde abgeliefert. Die Haare wurden ordentlich geschüttelt und die Band wurde abgefeiert.
Anschließen waren wieder ein paar Amis auf der HOA-Bühne. Warning SF die sich laut eigener Website "San Francisco basierten Metal" auf die Fahne geschrieben haben. Bay Area Thrash Metal um es genauer zu definieren. Old School Thrash halt. Auch hier wurde ein schöner Auftritt abgeliefert.
Anschließend kamen Vengeance aus dem Land der Tulpen (Niederlande) auf die Bühne.
Das es sich um eine Band mit großer Bühnenerfahrung handelt merkte man schnell. Der Sänger outete sich selbst schnell als echte Rampensau. Die Stimmung schwappte zum Publikum über.
Anschließend kamen echte deutsche Veteranen auf die Bretter der HOA-Bühne. Sinner aus Deutschland. Vielen ist Frontmann und Basser Mat Sinner auch von Primal Fear bekannt.
Die Bühnenerfahrung merkt man sochen Urgesteinen schnell an. Auch dieser Auftritt konnte überzeugen.
Letzter Act des Abends waren Halloween. Nicht zu verwechseln mit der deutschen Band Helloween.
Auch Halloween konnten den USA-Gruppenrabatt nutzen. Diese Band kam aus Rock City Detroit (Michigan). Auch hier wurde klassischer Metal geboten der keinen Vergleich zu größeren Bands zu scheuen braucht.
Somit endete dieser Abend und ich machte mich auf dem Heimweg um am nächsten tag wieder frisch und ausgeruht am Start zu sein.
Samstag:
Der von mir am meisten herbeigesehnte Tag des Festivals war der Samstag.
Heute sollten u.A. eine meiner Lieblingsbands spielen (Rage).
Zur Mittagszeit leuteten Deceptive Silence. Man könnte das ganze als Gothic Metal bezeichnen.
Diese Band habe ich schon einmal im Jahre 2005 in Neumünster gesehen. Dort spielte ich mit meiner eigenen Band und Deceptive Silence auf einer schnuckeligen kleinen Bühne in der Innenstadt.
Falls mir damals gefiel, gefiel mir auch Heute noch.
Ein guter Start in den letzten Festival-Tag.
Ganz andere Klänge nach DECEPTIVE SILENCE. Aus der Türkei war die Band KNIGHT ERRANT angereist. Melodischer Metal war zu von der Bühne zu hören. Sänger Barbaros Bensoy konnte daß Publikum vor die Bühne locken, die auch gleich begeistert waren von dem Sound der türkischen Kapelle, der sehr gut durch das Geigenspiel von der hübschen Ilgin Ayik unterstützt.
New Wave of british Heavy Metal war als Nächstes angesagt . HOLLOW GROUND, eine der ältesten auftretenden Band und ein echtes Urgestein ihres Genres, setzten dabei beim HOA einen wahren Meilenstein, denn diese Band mal live zu erleben, ist wirklich einmalig.
Um ca. 15.00 Uhr begann für THE BLACK, nach KALEDON die zweite italienische Formation, die Zeit der Bühnenpräsenz und sie ließ es basslastigen Metal mit einer doomigen Grundnote auf´s Publikum niederregnen. Zu Beginn ihres Auftrittes gab es jedoch mit der Lautstärke ein kleines Problem, denn man bemerkte einige Soundschwankungen, die aber schnell behoben werden konnten. Eher doomig gingen THE BLACK zu Werke und spielten einen routinierten Auftritt, der die Zuschauer hier und da mitwippen ließ, aber leider nicht so richtig Stimmung aufbauen konnte, wie es so manch andere Band dieses Festivals bisher geschafft hatte. Vielleicht lag es auch einfach ein wenig an der Uhrzeit, denn zum wach werden war der schwere Sound von THE BLACK nicht gerade geeignet.
Nach THE BLACK wurde es Zeit reif für TAUNTED aus den USA, die mit einer ordentlichen Ladung Old School Metal auftrumpften. Nebenbei füllte sich der Garten wieder gut, was der Beweis für die unüberhörbaren guten Melodien gewesen ist. Kräftig und laut ließen es die Amerikaner krachen und konnten typisch sympathisch mit einem melodischen Gitarreneinsatz überzeugen. Eine gute Performance, die Spaß gemacht hat und auch die Köpfe der Headbanger mitgehen ließ. TAUNTED schafften es durch ihren Energie geladenen Auftritt sich ins Gedächtnis des einen oder anderen Fans zu spielen.
Mit AVENGER folgte eine britische Band, die schon etliche Jahre im Musikbusiness verbracht, aber nichts von ihrer Energie verloren hat. Geheadbang wurde bereits beim ersten Song und AVENGER begeisterten nahezu das komplette Publikum. Mit lustigen Ansagen und viel Humor spielten AVENGER ihre Songs nicht nur einfach nur runter, sondern kamen extrem sympathisch rüber. Sie konnten auf jeden Fall beweisen, daß sie trotz ihres Alters noch lange nicht zum „Alten Eisen“ gehören.
Da sich die Running Order ein wenig nach hinten verschob, kam die nachfolgende Band, die Schweden von BULLET, auch erst später auf die Bühne als geplant. Die schwedischen Rocker konnten mit ihrer Mischung aus Metal und Hardrock die Fans sofort für sich gewinnen. Es wurde ordentlich gefeiert. Musikalisch fielen die Rockjungs von BULLET zwar ein bisschen aus dem Rahmen, aber waren sie trotzdem eine Bereicherung für das Festival. Durch den Hardrock von BULLET wurde die Atmosphäre gut aufgelockert und gestaltete sich als sehr abwechslungsreich.
Die Band WRETCH, die letzte US-Combo auf dem diesjährigen Headbangers Open Air, kletterte auf die Bühne und stimmte mit aggressivem und hochwertigem Power Metal überzeugend auf einen abwechslungsreichen Metal-Abend ein. Die Headbanger lauschten während des Gigs von WRETCH für dieses Jahr zum letzten Mal den rein traditionellen Metalklängen von der Gartenbühne und bedanken sich mit feierlichen Applaus bei WRETCH unter anderem dafür, dass diese, nebst ihren Musikerkollegen von TAUNTED, HALLOWEEN oder den australischen RAVEN BLACK KNIGHT etc, sich auf den weiten Weg gemacht hatten, um einen zwar kleinen, aber doch sehr feinen Metal-Garten musikalisch abzufackeln und, im gestalterischen Bezug, durch die tanzenden Fans umgraben zu lassen.
Anschließend spielte die Überraschung des Festivals. MOONSORROW tauchten mit ihrer Mischung aus Folk- und Viking Metal den Garten in episches, paganisches Licht und growlten, hauchten oder fauchten ihre äußerst atmosphärischen Hymnen in die Fans und die umstehenden Wipfel der Obstbäume hinein. Der getragene, hymnische und mit Blut beschmierte Chor, bestehend aus sämtlichen Bandmitgliedern, ließ keine Luft mehr zum Atmen und der Hühnerparka zierte für eine komplette Stunde meinen Körper. Da störten die finnischen Lyrics kein bisschen. MOONSORROW sind bezüglich ihrer Show sowie musikalisch ein wahrer Gartenspaten des Metal! Es gab im weiteren Verlauf des Festivals nur eine Band, die an die Leistung und an die Klasse von MOONSORROW anknüpfen konnte und dies war nicht die nun folgende und bereits vorletzte Band.
CANDLEMASS erreichten mit ihrem einwandfrei gespielten DOOM Metal nicht so recht die aufgekratzten Headbanger, die nun eigentlich so richtig abfeiern wollten. Für die Situation erschwerend legten CANDLEMASS ein durchaus elitäres Bühnenverhalten an den Tag, was nicht von jedem Headbanger sympathisch aufgenommen wurde. Generell erhielten CANDLEMASS den Urgestein-Bonus und wurden vom Gros der Fans beklatscht, bejubelt und bewunken, so dass schlussendlich beide Seiten, Band wie Fans, mit sich und dem anderen im Reinen sein konnten. Nach nur knapp einstündiger Show, die geplanten 80 Minuten wurden wegen eingangs längerem Soundcheck gekürzt, wurde die anschließende und das Festival gleichzeitig abschließende Umbauphase für RAGE von einer nett dargebotenen Feuershow auf dem Campingplatz-Gelände, wenige Meter nebenan, sehr ansprechend für die wartenden Fans versüßt.
Zum Abschluss eines gelungenen Festivals kam nun der absolute Party-Kracher auf die Bühne. RAGE spielten inklusive Mastermind Peter „Peavy“ Wagner mit drei Mannen und trieben den Garten in die nächtliche Blüte. Victor Smolski unterstützte Peavy an der Klampfe und gemeinsam brachte man einen solch druckvollen Sound aus den Boxen, dass einem bei Klassikern wie ‚Black In Mind’ das herausgezupfte Unkraut um die Ohren flog. Peavy hatte sichtlich Spaß, an dem was RAGE hier taten und führte seine Entertainer-Qualitäten vor. RAGE waren definitiv das Highlight des diesjährigen Headbangers Open Air und untermauerten ihren Status mit einwandfreien, kongenialen Gitarrensoli und ebensolchen Gesangsstrecken. Bei dieser Band standen die Headbanger nicht nur vor der Bühne, sondern mit Peavy hatten die Fans ein Sprachrohr und Anhänger der Bewegung on Stage. Es herrschte zum Abschluss eine besondere, familiäre Atmosphäre im Garten und glückselig wurden RAGE von allen bis zur letzten Zugabe abgefeiert.
Auf jeden Fall werde ich 2008 wieder dabei sein.
Ich war lange nicht auf einem Festival wo so eine tolle und familiäre Atmosphäre herrschte wie auf dem HOA.

